In Leserbriefen oder Forumsbeiträgen, die sich um Paul DiAnnos aktuelle Gigs drehen, liest man fast nur Negatives, meistens von Iron-Maiden-"Fans" (zu denen ich mich auch zähle). Ich möchte daher in Kurzform meine Eindrücke zu den zwischen dem 13. und 15. November absolvierten Deutschland-Konzerten von Herrn DiAnno (und seiner famosen Backing-Band!) schildern und vielleicht mit ein paar Vorurteilen aufräumen. Ich habe Paul DiAnno insgesamt sechsmal sehen dürfen (beim Rock Hard Festival konnte ich leider nicht dabei sein und in Kerkrade ebenfalls nicht). Ich schreibe bewusst ,,sehen dürfen", da es für mich als Maiden-Fan ein Privileg ist, Paul in kleinen Clubs hautnah erleben zu können. Dabei will ich hier keine Debatte lostreten, welches das beste Maiden-Album und wer der beste Maiden-Sänger ist, sondern nur deutlich machen, dass Paul DiAnno es immer noch draufhat. Alleine der erste Abend (13. November) in Oberhausen im Helvete war schon grandios. Man muss dazusagen, dass relativ wenig Leute da waren. Dennoch hat Paul anscheinend immer gute Laune (auch wenn er wohl seit einiger Zeit ein paar Probleme mit seinem Bein hat) und ist immer gut bei Stimme. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso die Leute sich darüber aufregen. Die Lieder (ja, Paul tritt immer noch mit Maiden-Setlist und ein paar eigenen Sachen auf) von der ,,Iron Maiden"- und der ,,Killers"-Scheibe kommen bei ihm einfach nur geil rüber, die eigenen Stücke ebenfalls. Man vermisst in dem Moment nicht Bruce Dickinson, wie er 'Wrathchild' singen würde. Klar, Paul lässt stellenweise das Publikum singen, aber das erzeugt eine ziemlich geile Atmosphäre, denn es wirkt eher wie ein hartes Familientreffen als wie ein riesiges, überlaufenes Konzert (wie es dieses Jahr in Wacken der Fall war, wo man einfach nur eingequetscht wurde; zudem habe ich auch schon bessere Maiden-Konzerte erlebt, was aber stellenweise eher am Publikum lag). Die anderen beiden Abende in Siegen und Haltern waren auch grandios. Das Tolle an Paul DiAnno ist nicht nur, dass er die alten Sachen noch spielt (was ich nicht als negativ ansehen würde), sondern sie auch noch geil singt und dennoch nie abgehoben wirkt. Er bleibt auf dem Boden, ist publikumsnah, mehr Punk als Metaller oder Rockstar. Jeder konnte immer nach dem Konzert in den Backstage-Raum kommen, ein paar Minuten mit Paul und der Band reden und sich Autogramme en masse geben lassen. Man fühlt sich so auch ein Stück weit, als wäre man ein Teil von Maiden, ein Teil der ,,Maiden-Familie". Bei den Konzerten von Iron Maiden verschaffen einem meist die Fans, die man in oder vor der Halle trifft, dieses Gefühl, bei DiAnno ist es das gesamte Drumherum. Sascha Jacobi, Wuppertal, soulflyerforever@googlemail.com"
Rockhard Leserbrief von Sascha.
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